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Dr. Dr. med. M. Jenny

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Thuja occicentalis

Die Botanik

Thuj Warsaw Bot GardenAus dem Wikipedia Artikel 'Der Abendländische Lebensbaum' (1): 'Der Abendländische Lebensbaum (Thuja occidentalis), auch Abendländische Thuja oder Gewöhnliche Thuja genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Lebensbäume (Thuja) in der Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae). … (er) ist ein immergrüner Baum … (und) erreicht Wuchshöhen von etwa 20 Metern (in Einzelfällen bis maximal 38 Metern) bei einem Stammdurchmesser von 0,9 Metern (maximal 1,8 Metern). … Das Holz, die Zapfen sowie die Zweigspitzen enthalten ätherische Öle aus Monoterpenen, wobei Thujon (2) den größten Teil ausmacht. Somit ist der Verzehr giftig. Schon durch das Berühren der Zweigspitzen kann es auf den betroffenen Stellen zu Rötungen und Juckreiz kommen. Nach Verzehr giftiger Pflanzenbestandteile kann es neben Schleimhautreizungen zu Magen-Darm-Beschwerden mit Übelkeit, Brechreiz, Blähungen und Durchfall kommen. In seltenen Fällen wurden Schäden an Nieren und Leber sowie Krampfanfälle beobachtet. Für Tiere kann der Verzehr tödlich sein. …
Thuja distribution 1938Der Abendländische Lebensbaum ist in Ostkanada und den nordöstlichen USA mit einem Hauptverbreitungsgebiet rund um die Großen Seen heimisch. Dort gehört er zu den bedeutendsten Waldbaumarten.

In Europa wird er überall häufig angepflanzt, und zwar überwiegend als zypressenähnlicher Baum auf Friedhöfen sowie als ganzjährig blickdichte Hecke in Gartenumfriedungen. Regelrecht in Massen werden die zahlreichen oft zwergwüchsigen Zuchtformen angepflanzt.'

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Abendl%C3%A4ndischer_Lebensbaum
(2) Was auch im Getränk Absinth, der 'grünen Fee' enthalten ist. Interessanterweise hat auch Artemisia absinthium, das zu seiner Herstellung verwendet wird, in homöopathischen Prüfungen ein vergleichbares Symptom, nämlich dass es Angst hat umgebracht zu werden und sich körperlich gefährdet fühlt, ergeben.
Gemüt; FURCHT; allgemein; ermordet zu werden (15): absin, ars, bell, but-ac, caps, cimic, op, phos, plat, plb, rhus-t, staph, stram, tab, thal

Eigene Erfahrungen

Thuj leaves conesDie hervorstechendste Eigenschaft von Thuja ist in meinen Augen eine übergroße Vorsicht, was ihre körperliche Verletzbarkeit angeht (s. auch hier 'Thuj und Impfungen').Manchmal spürt man diese Furcht und Voricht um die körperliche Unversehrheit bei einem Patienten rasch, manchmal fält es aber auch erst auf, nachdem man sich etwas mit dem Menschen beschäftigt hat, bei Thuja ist es aber praktisch immer vorhanden. Wie wir schon in den alten Materiae Medicae nachlesen können, fühlt sich ein Thuja-Patient immer gefährdet (s. Artemisia absinthum), zerbrechlich und irgendwie unsicher in ihrem Körper. Als sei etwas in sie eingedrungen (ein Fötus, ein Tier oder eben ein Impfstoff), als seien die Extremitäten aus Glas oder Holz (beim Gehen, (1)). Besonders auffallend war das in dem Fall eines Jungen, der einer recht sport-begeisterten Familie entstammte, dann aber doch immer ein wenig zu ängstlich und um seine körperliche Integrität besorgt war, in seinem Fall besonders wenn es z.B. ans Skifahren ging. Dabei war er schon immer dabei, aber eben vorsichtig und sehr bedacht.

Bei noch kleineren Kindern sieht man eher die übergroße Ruhelosigkeit der oberen Extremitäten, weniger der unteren (2) und die spezielle Unleidigkeit von 2-4 Uhr, während es dann später wieder ganz ruhig schläft (2).

  • Allgemeines; MITTERNACHT; agg; nach; 2 Uhr; 5 Uhr, bis (26): aesc, aeth, aloe, am-c, bac, bell, bell-p, chel, cina, coc-c, cur, hed, kali-bi, kali-c, kali-cy, kali-p, nat-s, nux-v, ox-ac, podo, ptel, rhod, rumx, sulph, thuj, tub

Bei Lippe (1) in seinem Arzneimittellehre von 1866 lesen wir jedoch von einem 'Zucken, besonders des Oberkörpers.', was ich hier nur anführen möchte, um die die stärkere Befallenheit des Oberkörpers zu zeigen.

Typischerweise haben sie goldgelbe Absonderungen aus den Augen (Augenbutter) oder anderen Schleimhäuten.

Bei den erwachsenen Thuja-Patienten sehen wir eher wieder die klassischen Symptome, wie ein 'fettiges oder glänzendes Gesicht' (1), oder eine wachsartige Gesichtshaut (2), was  ich selbst in meiner Praxis so nicht wahrgenommen habe, wohl aber bei meinen Besuchen bei Dr. Vijayakar in Mumbai, Indien. Das kann natürlich an der hierzulande (über)großen Hygiene und Gesichtspflege liegen.
Die große Reserviertheit, im Sinne eines abwartenden Zurücklehnens mit groß imponierender Nase und Ohren (2) sieht man hingegen, genau wie die starke Empfindlichkeit gegenüber äußeren Einflüssen, sehr oft. Repräsentativ können wir uns diese Rubrik ansehen:

  • Gemüt; WEINEN; allgemein; Musik, durch (24): acon, all-c, ambr, ant-c, bor, calc-p, carc, cop, croc, dig, Graph, ign, kali-n, kali-p, kola, kreos, lac-lup, mang, nat-c, nat-m, nat-s, nux-v, tarent, thuj

Psychisch und emotional sind sie einfach nicht flexibel und anpassungsfähig und damit das komplette Gegenteil von Fluoricum acidum in dieser Hinsicht. Flexibilität wäre im Fall des Thuja-Patienten zu gefährlich, ein Abweichen vom Gewohnten ist ja immer auch ein Risiko.

  • Gemüt; ELAN, Schwung, Ausgelassenheit (9): arum-d, cimic, eucal, fl-ac, mit, nux-v, phys, sarr, scut

Thuja-Patienten sind im allgemeinen, was sich ja problemlos in ihr generelles psycho-emotionales Make-up einfügt, gewissenhaft und fleißig. Jede Abweichung von der Norm könnte ja eine Gefahr bedeuten, der sie sich nicht aussetzen möchten. Auch das Baby fängt erst langsam zu schreien an und steigert sich dann erst sukzessive in eine größere Wut hinein (2). 

Die oft beschriebenen gutartigen Tumore, Polypen, Hagelkörner, Kondylome, Epitheliome, 'warzenartige Auswüchse (der Vagina', 'besonders an Händen und Genitale')(1) und sonstigen Gewebewucherungen habe ich nicht so gehäuft wahrgenommen, wie sie in der Literatur beschrieben werden. Auch hier spielt die intensive hautärztliche Bearbeitung solcher Erscheinungen in der häutigen Zeit sicher eine große Rolle.

Lt. Dr. Vijayakar ist der Thuja-Patient ein eher warmblütiger Mensch und nicht sehr verfroren. Dies lesen wir ganz ander in der Materia Medica von Lippe (1) bei der es heißt: 'Immer frostig bei geringster Wetterveränderung. … Kälteschauer durch und durch, beim geringsten Aufdecken des Körpers in warmer Luft.'. Was Vijayakar (2) schreibt entspricht meinen Beobachtungen, sie frieren eher weniger und meiden die große Hitze im Sommer.

(1) Lippe, A. Handbuch homöopathischer Charakteristika: Eine Arzneimittellehre für die Praxis, Haug Verlag, Stuttgart 2003, aus dem Original Textbook of Materia Medica von 1866
(2) Eigene Aufzeichnungen nach Dr. Vijayakar, Prafull, Mumbai, Indien

Thuja und Impfungen

Die Tatsache, dass Thuja gerne nach Impfungen gegeben wird um deren Nebenwirkungen zu konterkarieren, war mir nie verständlich und eher als Beispiel für schlechte Homöopathie geläufig. Die Rubriken, aufgrund derer dies empfohlen wird, kannte ich zwar, von meinem Blickwinkel einer umfassenden und konstitutionell arbeitenden Homöopathie her war es mir aber nicht nachvollziehbar. 

  • Gemüt; ANGST; Impfung, nach (1): thuj  
  • Kopfschmerzen; ALLGEMEIN; Impfung, durch (1): thuj
  • Augen; ENTZÜNDUNG; Bindehautenzündung; Impfung, nach (1): thuj 
  • Magen; SCHMERZEN; Allgemein; Impfung, nach (1): Thuj 
  • Rektum; DURCHFALL; allgemein; Impfung, nach (4): ant-t, apis, sil, thuj
  • Atmung; ASTHMATISCH; Impfung, nach (1): thuj
  • Husten; IMPFUNG, nach (1): thuj
  • Extremitäten; ABMAGERUNG; Obere Gliedmaßen; Impfung, nach (2): maland, thuj
  • Extremitäten; LÄHMUNG; allgemein; Beine; Impfung, nach (1): thuj
  • Extremitäten; NÄGEL; Beschwerden der; Eiterung; Fingernägel; Impfung, nach (1): Thuj 
  • Extremitäten; NAGELGESCHWÜR, Paronychie; allgemein; Umlauf; Impfung, nach (1): Thuj
  • Schlaf; RUHELOS; Impfung, nach (1): thuj

Thuj ZweigeAufgrund meiner schlechten Erfahrungen mit Impfungen in der ärztlichen Praxis und da meine Frau ebenfalls eine ähnlich negative Erfahrung gemacht hatte, entschlossen wir uns, unser Kind grundsätzlich nicht impfen zu lassen. Wir konnten in der Folge bei vielen anderen Spielkameraden unseres knapp drei-jährigen Sohnes in den letzten Jahren beobachten, wie diese wesentlich ängstlicher erschienen, als hätten sie kein Zutrauen zu ihrem Körper; dies viel auch den jeweiligen Eltern immer wieder auf. Man könnte dies noch auf die Persönlichkeitsmerkmale der Kinder zurückführen, es war aber genau dieses Gefühl, das ich bei Thuj-Patienten gesehen bereits hatte. Sie vermittelten mir immer wieder den Eindruck, als würde etwas mit ihrem Körper nicht stimmen. Schließlich musste ich unweigerlich an den Zusammenhang mit Impfungen und damit auch die Thuja-Symptomatik denken. Tatsächlich glaube ich, dass Impfungen dieses Thuja-Gefühl bei vielen Kindern und Patienten sehr deutlich auslösen können und es deshalb gerechtfertigterweise von den Homöopathen schon ganz früh dagegen eingesetzt wurde. Und dies, obwohl es damals nur einen Bruchteil der heutigen Impfungen gab, mit denen unsere Kinder überschwemmt werden.
Richtig Sinn macht es in meinen Augen übrigens dennoch nicht, zu impfen, und dann die negativen Folgen mit Homöopathie annulieren zu wollen. In meiner Erfahrung wird immer das möglichst passende Mittel, das sog. Similimum, benötigt. Aber das steht auf einem anderen Blatt. 

So lesen wir in der Materia Medica von Lippe von 1866 (1): 'Folgen von Impfung; seitdem fühlt er sich nicht mehr wohl.' … 'Fixe Ideen, as wäre eine fremde Personan seiner Seite; als wären Körper und Seele getrennt: als wäre der Körper, insbesondere die Gliedmaßen, aus Glas und deshalb sehr zerbrechlich; als wäre ein lebendiges Tier im Bauch; erzählt, dass er unter dem Einfluß einer höheren Macht sei. Verrückte Frauen wollen nicht, dass sie angerührt werden oder daß sich ihnen jemand nähert.'
Offenbar haben Impfungen schon im 19. Jahrhundert immer wieder zu der Beobachtung geführt, dass sie beträchtliche Nebenwirkungen auslösen können, die interessanterweise, wie heute auch, zu Thuja-ähnlichen Symtomen im Sinne eines Gefühl, ihrem Körper nicht mehr richtig vertrauen zu können, führen können.

(1) Lippe, A. Handbuch homöopathischer Charakteristika: Eine Arzneimittellehre für die Praxis, Haug Verlag, Stuttgart 2003, aus dem Original Textbook of Materia Medica von 1866; als Quelle wird E. B. Nash (1838 - 1917), der amerikanische Professor für Materia Medica und Homöopathie angegeben.

Repertorium

  • Gemüt; TRAURIGKEIT, Trübsinn, Niedergeschlagenheit, Depression, Melancholie; Aktivität amel. (1): thuj
  • Gemüt; BERÜHREN, Drang Dinge zu (10): bell, carc, cina, hyos, lac-del, lycps, merc, sac-alb, sulph, thuj
  • Gemüt; WAHNIDEE, Einbildung; wertlos, sei (4): aur, falco-p, staph, thuj
  • Gemüt; WAHNIDEE, Einbildung; geliebt, werde von den Eltern nicht (2): sac-alb, thuj
  • Gemüt; WAHNIDEE, Einbildung; Personen, Menschen; neben ihm; fremde (1): thuj
  • Gemüt; WAHNIDEE, Einbildung; Stimmen, hört; Abdomen, in seinem (1): thuj
  • Gemüt; WAHNIDEE, Einbildung; Tieren, von; Abdomen, im (3): croc, falco-p, thuj
  • Gemüt; WAHNIDEE, Einbildung; Körper, Körperteile; zart, empfindlich (1): thuj
  • Gemüt; WIRFT; sich selbst; Fußboden, auf den; widersetzt, wenn jemand sich ihm, und schnappt nach Luft (1): thuj
  • Gemüt; ZÄHLEN; unmöglich, nach der Entbindung (1): thuj
  • Gemüt; SPRINGEN; Trieb zu; Fenster, aus dem; Entbindung, nach der (1): thuj
  • Gemüt; TOD; wünscht sich den; Entbindung, nach (1): thuj
  • Gemüt; ANSTIFTUNG anderer (2): hyos, thuj
  • Gemüt; ABNEIGUNG gegen; Mutter, die (1): thuj
  • Gemüt; ANGST; Impfung, nach (1): thuj

  • Kopfschmerzen; ALLGEMEIN; Impfung, durch (1): thuj
  • Augen; ENTZÜNDUNG; Bindehautenzündung; Impfung, nach (1): thuj
  • Magen; SCHMERZEN; Allgemein; Impfung, nach (1): Thuj 
  • Rektum; DURCHFALL; allgemein; Impfung, nach (4): ant-t, apis, sil, thuj
  • Atmung; ASTHMATISCH; Impfung, nach (1): thuj
  • Husten; IMPFUNG, nach (1): thuj
  • Extremitäten; ABMAGERUNG; Obere Gliedmaßen; Impfung, nach (2): maland, thuj
  • Extremitäten; LÄHMUNG; allgemein; Beine; Impfung, nach (1): thuj
  • Extremitäten; NÄGEL; Beschwerden der; Eiterung; Fingernägel; Impfung, nach (1): Thuj 
  • Extremitäten; NAGELGESCHWÜR, Paronychie; allgemein; Umlauf; Impfung, nach (1): Thuj 
  • Schlaf; RUHELOS; Impfung, nach (1): thuj

  • Allgemeines; MITTERNACHT; agg; nach; 2 Uhr; 5 Uhr, bis (26): aesc, aeth, aloe, am-c, bac, bell, bell-p, chel, cina, coc-c, cur, hed, kali-bi, kali-c, kali-cy, kali-p, nat-s, nux-v, ox-ac, podo, ptel, rhod, rumx, sulph, thuj, tub
  • Allgemeines; MITTERNACHT; agg; nach; 3 Uhr (49): aeth, am-c, am-m, ant-c, ant-t, arist-cl, ars, bapt, bor, bry, calc, calc-f, canth, caust, cedr, chin, con, cupr, dulc, euphr, ferr, hed, iris, kali-ar, kali-bi, Kali-c, kali-n, kali-p, mag-c, mag-f, mag-m, mand, mangi, med, nat-m, nux-v, podo, psor, raph, rhus-t, sec, sel, sep, sil, staph, sulph, syph, thuj, zinc